„Um die Einsamkeit ist’s eine schöne Sache, wenn man mit sich selbst in Frieden lebt und was Bestimmtes zu tun hat.“ (Johann W. Goethe)

 

Als sich die Gelegenheit ergab eine meiner allerliebsten Kommilitoninnen während ihres Praktikums in Nizza zu besuchen, überlegte ich nicht zweimal und buchte direkt Tickets für 6 Tage Meer. So fuhr ich nun letzten Montag von meinem Au-Pair Wochenende in Paris an die Côte d’Azur und merkte schon während der 6-stündigen Zugfahrt, dass Alleine sein gar nicht so einfach ist. Wer mich kennt, weiß wie selten ich wirklich für mich bin. Im meinem Leben wird es normalerweise nicht langweilig mit Freund, FreundInnen, Uni, Arbeit, Sport, Feiern und und und…

Und dann saß ich im TGV – kein Internet, kein WLAN, keine ungeschauten Serien auf dem iPad. Nur ich, mit mir alleine. Mir wurde langsam klar, dass es die nächsten Tage so weiter geht, da ich nur später abends Gesellschaft von einer fleißig arbeitenden Biene bekommen würde. War ich je schon einmal alleine im Urlaub? Habe ich schon je alleine so viel Zeit mit mir verbracht? Nein! Aber das sollte der Anfang einer wunderbaren Reise werden:

1. Ich packe meinen Koffer und nehme mit …

 

  • Sonnencreme
  • Kopfhörer
  • eine Bauchtasche (danke, dass du wieder im Trend bist!)

In meinem Urlaub an der Côte d’Azur lernte ich einige Gegenstände sehr zu schätzen. Wer schonmal in Nizza war, weiß wie eng die kleinen Gassen in der Altstadt sind – was besonders Taschendiebe anlockt. Da ich prädestiniert dafür bin meine Wertgegenstände am Anfang eines Urlaubes zu „verlieren“, sorge ich mittlerweile schon vor, was am besten mit der guten alten Bauchtasche geht (man kann sie auch unauffällig über die Schulter tragen).

Ansonsten haben mich meine Adidas Gazelle und meine allerliebste Sonnenbrille bei allen Touren begleitet. Nach dem ersten Tag habe ich es auch eingesehen, mir gute Sonnencreme zu kaufen (mein Näschen war da leider schon etwas rot) – am Meer ist es sehr gefährlich, da man (also ich) die ersten sonnigen Tage schnell unterschätzt.

Auf ganz neue Weise habe ich aber zwei andere Gegenstände lieb gewonnen: meine Kopfhörer und mein iPad. Schnell merkte ich, dass ich nur begrenzt Zeit mit mir ganz alleine verbringen kann. Deswegen fungierten meine Lieblingsplaylists zu einer Art Hintergrundmusik in meinem Urlaub – et adieu à la unangenehmen Stille. Außerdem hatte ich das Gefühl viel zu viele Gedanken in meinem Kopf zu haben, die ich keinem mitteilen konnte, weshalb ich anfing sie aufzuschreiben und in einen Blogpost zu verwandeln (voilà!).

2. Was man leider nicht kaufen kann …

 

  • gute Musik für jede Stimmung (wichtig: vorher runterladen! )
  • Selfie Kenntnisse oder
  • keine Scheu fremde Menschen anzusprechen
  • mit sich selbst zufrieden zu sein
  • Notfalls ab und an ein Stück Schokolade

 

Was macht man, wenn man vor einer wunderschönen Kulisse steht, die Sonne strahlt, das Meer glitzert, aber keine Menschenseele in der Nähe ist? Ein Selfie. Tja, leider merkte ich ganz schnell, dass ich nicht als Selfie-Meister vom Himmel gefallen bin und es gibt glaube ich mehrere Dutzend klägliche Fehlversuche, die das klar belegen. Deswegen nutzte ich jede Gelegenheit, vertrauenswürdige Menschen anzusprechen, welche mal mehr mal weniger freiwillig ein Foto von mir machen mussten. Was ich auf jeden Fall dabei gelernt habe:

  • keine älteren Menschen fragen – sie können zwar nicht so schnell mit dem Handy wegrennen, aber das bedienen fällt ihnen auch öfters schwieriger. Ihr wollt wirklich nicht wissen, was da schon lustiges bei auf mein Handy kam!
  • sondern junge Erwachsene mit Kindern/ Pärchen/ Studentinnen fragen – die besten Erfahrungen (und Fotos) habe ich mit diesen Menschen gemacht, da man wenig Angst vor einer geklauten Kamera haben muss und zusätzlich noch wunderschöne Bilder entstehen (siehe unten)

Das wunderschöne Nizza

Die Wandertour in Saint-Jean-Cap-Ferat

Das viel zu überbewertete Monaco

In der Parfümstadt Grasse