In den letzten Monaten gab es bei mir einen Wandel, eine neue Richtung, die ich eingeschlagen habe. Hierbei geht es um Ethik, meine größte Leidenschaft und Verantwortung. Es geht um die Slow Fashion Bewegung.

1. DIE IDEE

Was bedeutet Slow Fashion überhaupt? Zum ersten Mal fiel der Begriff bei der Doku „The True Cost“ (auch auf Netflix & Amazon Prime), die mich sehr bewegt hat. Slow Fashion ist nichts anderes als eine Gegenbewegung zu unserem heutigen Massenkonsum à la H&M, Zara & Co, auch bekannt als Fast Fashion.

Auf Instagram sehen wir jeden Tag Trends, die wie aus dem Boden sprießen. Blogger lassen sich bezahlen, um uns die neusten und schönsten Uhren, Taschen und Kleider zu zeigen. Viele von ihnen sind nichts anderes mehr als eine Werbeplattform, die sich kaum von unserer normalen Werbung unterscheidet.

Quelle: Instagram

Wir wollen gesund leben, Smoothies trinken, Chia-Pudding und Quinoa Salat essen. Der Hashtag #vegan wurde beispielsweise schon über 45 Millionen mal verwendet. Aber wenn es um unsere Kleidung geht, drücken wir gerne mal ein Auge zu. Die neuste Zara Bluse ist nicht so toll verarbeitet? Naja bei dem Preis kann man ja auch mal ein Auge zudrücken. Im Sale bekommen wir 5 Kleider für unter 50€? Danke H&M, dann nehmen wir das doch nochmal schnell zwischen Uni und Arbeiten mit.

Die Dokumentation hat mir klar gemacht, dass nicht wir die wahren Kosten unseres Konsums tragen, sondern die Umwelt und die über 40 Millionen Menschen, die für die Modeindustrie unter teils schweren Bedingungen arbeiten. Wann aber fangen wir an, Verantwortung für unser Tun zu übernehmen und eine transparente Textilbranche zu fordern? Wie können wir auf eine „grüne“ Ernährungsweise setzen, aber ohne schlechtes Gewissen unsere neuen Nikes mit Lederapplikationen tragen? Um jetzt an dieser Stelle nicht zu stark abzuschweifen kann ich euch wärmsten empfehlen, die Lieblingsserie für zwei Stunden zu stoppen und sich einmal mit dem Thema auseinanderzusetzen.

2. DIE UMSETZUNG

In der Slow Fashion Bewegung geht es darum, bewusster zu konsumieren. Zentrale Stichworte sind hier Fair Trade, Second Hand und öko-freundlich. Zudem soll die Verschwendung stark reduziert werden, indem man nicht gewollte Kleidungsstücke weiterverkauft oder spendet, anstatt sie wegzuwerfen. All das ist nur möglich, wenn die Kleidung langlebig ist und eine hohe Qualität hat, was logischerweise im Preis zu spüren ist.

Ich stellte mir also die berechtigte Frage wie ich als normale Studentin und Ex-Shoppaholikerin diesen neuen Lebensstil finanzieren kann. Wie gern habe ich mich doch sonst im Zara Sale durch die Wühltische gegraben und bin bei jeder Asos Bestellung in hohen dreistelligen Bereichen gelandet.

Wie einige wissen, bin ich schon langjährige Vege- bzw. Pescetarierin und kenne das Gefühl des Verzichts. Aber beim Thema Kleidung war ich sonst eher ignorant. In den ersten Wochen des Projekts war es spannend neue Marken und Online Shops kennenzulernen (siehe hier), in den Darauffolgenden traurig und frustrierend, als es um die Suche nach einem edlen Kleid ging. Mittlerweile fühle ich mich mehr als wohl mit meiner Entscheidung und möchte diese Erfahrungen mit euch teilen.